Die Top 5 der Jugendstraftaten

Die Top 5 der Jugendstraftaten

Im Jahr 2022 wurden 8171 Jugendurteile aufgrund von Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch (StGB) ausgesprochen. Der Blogbeitrag von Edukado zeigt auf, welche Delikte Jugendliche dabei am meisten begangen haben.  

In der Schweiz ist man ab dem Alter von 10 Jahren strafmündig. Das bedeutet, dass Kinderund Jugendliche ab diesem Alter rechtlich für ihre Handlungen verantwortlich sind. 2022 wurden insgesamt 20 797 Jugendurteile ausgesprochen, davon 8171 im Bereich des Strafgesetzbuchs (StGB). Doch welches sind eigentlich die Straftaten, die Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren am häufigsten verübt haben? Edukado hat die Top 5 des StGB zusammengestellt.

Platz 5: Hinderung einer Amtshandlung

Ein Beispiel: Eine Gruppe Jugendlicher hängt am Abend in einem Park ab und hört laut Musik. Eine Anwohnerin stört sich ab dem Lärm. Sie ruft die Polizei wegen Ruhestörung. Die Polizei fährt vor, um die Jugendlichen zu bitten, die Musik leiser zu stellen. Zudem wollen sie ihre Ausweise kontrollieren, falls es im Verlauf des Abends weitere Meldungen gibt. Darauf haben die Teenies keinen Bock: Sie rennen weg, als die Polizistinnen und Polizisten die Personenkontrolle durchführen wollen und nach den Ausweisen fragen. Dieser Straftatbestand nennt sich «Hinderung einer Amtshandlung».

Platz 4: Pornografie

Wer in der Schweiz Personen unter 16 Jahren pornografische Inhalte zugänglich macht, macht sich strafbar. Häufig geschieht dieses Delikt im digitalen Bereich, wenn Jugendliche beispielsweise pornografische Bilder oder Videos an Mitschüler versenden in Gruppenchats. Ein weiteres Problem ist die Erstellung von Kinderpornografie, zum Beispiel beim Sexting mit der Freundin oder dem Freund: Sprich, wenn Jugendliche unter 16 Jahren Nacktbilder von sich selber erstellen und versenden.

Platz 3: Hausfriedensbruch

Dieses Delikt bezieht sich auf das Eindringen in Gebäude oder auf Plätze ohne Erlaubnis oder bei Hausverbot. Jugendliche, die sich unbefugt Zutritt verschaffen, können strafrechtlich belangt werden.

Platz 2: Sachbeschädigung

Die zweithäufigste Straftat im Bereich Strafgesetzbuch gemäss bfs-Statistik* ist Sachbeschädigung – also die Beschädigung fremden Eigentums. Hierzu gehören beispielsweise Graffitis sprayen oder Halloween-«Streiche» wie Eierwerfen oder Container in Brand setzen. Sachbeschädigung kommt auch in Mobbing-Fällen vor, wobei zum Beispiel die Sachen von MitschülerInnen absichtlich kaputt gemacht werden.

Platz 1: Diebstahl:

Ob ein Kaugummi am Kiosk oder ein Parfüm in der Drogerie: Diebstahl ist das Delikt Nr. 1 bei Jugendlichen in der Schweiz. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Es geht nicht nur darum, etwas zu haben, das man sich nicht leisten kann. Oft passiert diese Straftat auch im Rahmen einer Mutprobe, um Aufmerksamkeit und Anerkennung aus einer Gruppe zu erhalten.

Wo Kinder und Jugendliche alles über ihre Rechte und Pflichten erfahren

In den drei kostenlosen Onlinekursen von Edukado lernen Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse alles, was sie zum Thema Jugendstrafrecht wissen müssen. Sie erhalten einen Einblick in einzelne Delikte und wie man sich gegen Unrecht wehren kann. Zudem erfahren sie, was für Strafen und Massnahmen ein Gesetzesverstoss nach sich ziehen kann. Neu gibt es auch einen ebenfalls kostenlosen Kurs speziell für Eltern: Er dauert 30 Minuten und kann ohne Registrierung absolviert werden.  

 *Quelle: bfs